Dr. Andrea Despot

Dr. Andrea Despot

Direktorin der Europäischen Akademie Berlin

Dr. Andrea Despot
Direktorin der Europäischen Akademie Berlin

Liebe Interessierte,

viele deutsche Städte schrumpfen, sodass Verwaltungen mancherorts ganze Häuserzeilen abreißen lassen. Nordafrikanische Städte hingegen wachsen, es entstehen aber oft nur wilde Siedlungen, da die Behörden mit der Planung und dem Bau nicht schnell genug vorankommen. Die europäischen Gesellschaften werden immer älter, die maghrebinischen immer jünger. Stadtentwicklung und Stadtplanung entwickeln sich nördlich und südlich des Mittelmeers also ganz unterschiedlich. Und da soll man etwas voneinander lernen können? Ja, man kann durchaus, und das in vielerlei Hinsicht.

Dass dem so ist, dafür sorgt das Projekt Baladiya. Das Projekt holt Stadtplaner aus Algerien, Marokko und Tunesien über den Zeitraum von einem Jahr zu mehrwöchigen Studienreisen nach Berlin und in andere deutsche Städte. Es bringt sie dort mit ihren deutschen Kollegen in einen fachbezogenen, praxisorientierten Dialog. Viele hospitieren außerdem eine weitere Woche in einer deutschen Stadtverwaltung. So können Erfahrungen, Wissen und Know-How ausgetauscht werden, von dem die Gäste ebenso profitieren wie ihre deutschen Gesprächspartner.

Deutschland und die beteiligten Länder haben vielfältige Erfahrungen zu vermitteln, beispielgebende, gute und weniger gute. Altstadtsanierung, Verkehrsplanung, Öffentlich-Private Partnerschaften und Bewältigungsstrategien für den Klimawandel sind für alle Seiten relevant und stehen deshalb oben auf der Tagesordnung der Gespräche und Besuche. Das Projekt rückt dabei auch die Kommunen in den Fokus – in beiden Gesellschaften sind sie von zentraler Bedeutung und oft Ausgangspunkt von Aktivität, Teilhabe und Veränderung. Hier leben die Menschen, hier werden sie von politischen Entscheidungen ganz unmittelbar betroffen und hier ist es am leichtesten, sich partizipativ einzubringen.

Großer Dank gebührt allen, die zum Erfolg dieses Projekts beitragen und beigetragen haben: Das sind die Robert Bosch Stiftung, der die Initiative und die finanzielle Basis zu verdanken sind; die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die im Rahmen ihres Vorhabens CoMun Mittel und Know-how eingesetzt hat; die Gesprächspartner in Deutschland; die aufnehmenden Kommunen und nicht zuletzt die Teilnehmer*innen, die ihre Arbeit und ihre Familie für eine Weile hintan gestellt haben, um nach Deutschland und zu weiteren Treffen in Algerien, Marokko und Tunesien zu kommen und diesen Diskurs zu führen.

Schauen Sie selbst, welche Facetten der Stadtentwicklung Sie interessieren und beschreiten Sie mit Baladiya neue Wege!